Bestattungsarten & Bestattungsformen
Beinahe alle Menschen haben ein Bedürfnis danach, eine ihrem Wesen und ihrem Leben angemessene Weise der Bestattung für sich selbst auszuwählen. Gelegentlich spielen finanzielle Bedenken eine Rolle, wenn sich jemand für anonyme Bestattungarten oder Bestattungsformen im Friedwald oder zur See entscheidet, aber oft ist dieser Wunsch auch Ausdruck einer ganzheitlichen, an der Natur orientierten Geistigkeit, die dem Tod keine Monumente auf Erden errichten will. Personen hingegen, die ein monumentales Grabmal wünschen, erblicken darin oft eine Form von spiritueller Kunst und familiärer Tradition, welche den Lebenden Anlass und Gelegenheit gibt, sich rechtzeitig um das Wesentliche zu sorgen. In unserer Gesellschaft gibt es immer mehr Möglichkeiten seiner Individualität auch im Tode Ausdruck zu verleihen, wobei bestimmte uralte Werte, wie Pietät, Würde, Anstand und Einkehr auch in diesen neuen Trends fortbestehen. Auf den folgenden Seiten möchten wir Aufschluss über die unterschiedlichen Bestattungsarten und Bestattungsformen geben.
Die Wahl der Bestattungsarten & Bestattungsformen
Wie schon erwähnt, sind die zu wählenden Bestattungsarten & Bestattungsformen eine Philosophie, über die man nicht streiten sollte. Sie ist und bleibt immer die Entscheidung des Einzelnen.
Die Wahl der Bestattungsarten zwischen Feuer-, Erd-, See-, und Luftbestattung ist vorrangig sicher konfessionsgeprägt. Eventuelle diesbezügliche Wünsche des Verstorbenen hinsichtlich der Bestattungsformen sind unbedingt zu respektieren.
Welche unterschiedlichen Grabstätten gibt es?
Die Entscheidung, welche Grabart als Bestattungsarten zu wählen sind, muss in kürzester Zeit getroffen werden. Praktisch alle Friedhöfe bieten unterschiedliche Grabarten an — die Wahl hat wichtige und langfristige Konsequenzen und sollte im voraus bedacht werden
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Norbert Fischer und Markwart Herzog
Nekropolis
Der Friedhof als Ort der Toten und der Lebenden. Immer häufiger entstehen aus den bisher vertrauten Grabmal-Landschaften die weiten zeichenlosen ...
Die Art der Bestattung bestimmt auch die Grabart: Erd- (Körper-) Bestattung bzw. Feuerbestattung (Krematorium) bedingen ein Erd- (Körper-) Grab oder ein Urnengrab.
Reihengrab:
Das Reihengrab bzw. das Urnenreihengrab ist jeweils für die Bestattung einer Person vorgesehen. Die Laufzeit ist abhängig von der öffentlich festgesetzten Ruhepflicht und beträgt in der Regel — je nach Bodenbeschaffenheit — zwischen 15 und 30 Jahren. Nach Ablauf der Ruhefrist werden die Gräber abgeräumt und stehen für eine neue Belegung zur Verfügung. Eine Verlängerung der Nutzungsdauer ist nicht möglich. Reihengräber gibt es auf jedem Friedhof. Auf manchen Friedhöfen wurden Kindergrabfelder angelegt. Auch sie sind Reihengräber, allerdings mit stark verkürzten Ruhefristen.
Wahlgrab:
Mehr Freiraum und Einflussmöglichkeiten bietet das Wahlgrab (auch Familiengrab, Erbbegräbnis, ...) — sowohl für Erd- (Körper-) wie für Urnenbestattungen. Die Friedhofssatzung legt die Dauer des Nutzungsrechtes fest und wer beigesetzt werden kann. In der Regel sind es die Angehörigen des Nutzungsberechtigten — nach der Familiengröße sollte auch die Größe der Grabstelle bemessen sein. Es gibt ein- und mehrstellige (doppelt breit und z.T. auch doppelt tief), aber auch sechs- und mehrstellige Wahlgräber. Eine Verlängerung der Nutzungsdauer ist mindestens einmal, häufig auch mehrfach möglich. In einem Wahlgrab können eine oder je nach Satzung auch mehrere Urnen beigesetzt werden — umgekehrt ist dies nicht möglich. Meist kann auch die Lage der Grabstätte selbst bestimmt werden. Hinsichtlich der Gestaltung des Grabmals und der Bepflanzung besteht beim Wahlgrab ein größerer Gestaltungsspielraum.
Anonymes Bestattungsfeld:
Auf manchen Friedhöfen werden anonyme Bestattungsfelder angeboten, bei denen weder das Grab erkennbar ist, noch ein Denkmal gesetzt werden darf. Die genaue Lage der Grabstätte ist den Hinterbliebenen also unbekannt — anonym. Diese Bestattungsform führt bei den Hinterbliebenen häufig zu erheblichen Problemen mit der Trauerbewältigung. Deshalb können die anonymen Grabanlagen nicht empfohlen werden.
Grabpatenschaften:
Vor allem in Großstätten gibt es teilweise die Möglichkeit, für alte und kulturhistorisch wertvolle Grabmale eine Grabpatenschaft zu übernehmen. Dabei kann ebenfalls ein Nutzungsrecht erworben werden, das mit der Auflage verbunden ist, das Grabmal zu erhalten. Lassen Sie sich von der Friedhofsverwaltung, Ihrem Steinmetzen oder Friedhofsgärtner beraten
Rechtsfragen bei einem Todesfall
Die Friedhofswahl wird in erster Instanz durch die Ortsansässigkeit des Verstorbenen und Hinterbliebenen bestimmt, es sei denn, der Verstorbene hatte auch mehr Informationen ...
Die Wahl der Grabstelle, auf die schon eingegangen wurde, obliegt den Hinterbliebenen in Anlehnung an eventuelle Wüsche des Verstorbenen. Die Lage wird durch die gewählte Bestattungsart innerhalb des Friedhofes vorgegeben. Die Grabstelle soll auf lange Zeit hin ein Ort des Verweilens, der Erinnerung, des Trauerns und der Kraftschöpfung sein. Deshalb gilt hier, nichts zu übereilen. Letzthin ist auch hier eine vorausgehende finanzielle Sondierung erforderlich. Fällt die Wahl aus diesem oder jenem Grunde auf eine anonyme Bestattung, so ist auch hier dem eigentlichen Zweck, einen Ort des stillen Gedenkens und der Erinnerung zu haben, genüge getan.
Die Wahl des Grabmales ist eine nicht zu unterschätzende und individuell sehr unterschiedlich geprägte Angelegenheit. Hier gilt unbedingt, die ersten Emotionen verstreichen zu lassen.
Grundsätzlich wird die Größe und die Gestaltung des Grabmales durch die Wahl der Grabstelle und die jeweilige Friedhofssatzung bestimmt. Für die Auswahl und die Beauftragung eines Grabmales sollen sich die Hinterbliebenen grundsätzlich Zeit nehmen und mehrere Grabmalbetriebe bezüglich der künstlerischen Gestaltung und der Kosten konsultieren. Der Grabmalbetrieb übernimmt auch die Einholung der erforderlichen Genehmigung für die Erstellung des Grabmales. Bei der Gestaltung des Grabmales können unter Bezugnahme auf eventuelle Wünsche des Verstorbenen und der finanziellen Möglichkeiten auch eigene Gedanken eingebracht werden.
Letzthin soll die Grabstelle mit dem Grabmal eine Stelle des Verweilens und der Erinnerung auf lange Zeit hin bleiben. Das Grabmahl kann schlicht aber auch aufwendig gestaltet werden. Es kann die persönliche Handschrift des Verstorbenen wiederspiegeln um auch fremden Besuchern dessen Persönlichkeit nahe bringen. Angehörigen reicht aber oft auch eine einfache Beschriftung, sie stellen die geistige Verbindung des Gedenkens am Ort der Erinnerung auch so her. Im Zeitalter des Internets gibt es auch hier einige sehr gute Zugangsmöglichkeiten für die Auswahl von Grabmalen mit den unterschiedlichsten Facetten.
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