Friedhöfe in Berlin
In Berlin gibt es insgesamt 228 Friedhöfe. 38 Friedhöfe sind bereits geschlossen, d.h. es wird dort nicht mehr bestattet. Sie haben jedoch in der Regel den Friedhofscharakter bewahrt und sind noch als Friedhof gewidmet. 190 Friedhöfe sind somit auch momentan noch für weitere Bestattungen geöffnet. Das Land Berlin verwaltet derzeit 90 Friedhöfe, davon 2 Friedhöfe im Berliner Umland. Rund 650 ha landeseigene Friedhofsflächen liegen im Berliner Stadtgebiet.
Die Verwaltung nehmen die Naturschutz-/Umwelt-/Grünflächenämter bzw. die entsprechenden Fachbereiche der Bezirksämter als Bezirksaufgabe wahr. Träger eines Friedhofs kann aber auch eine Kirchengemeinde sein. Die meisten konfessionellen Friedhöfe befinden sich im Eigentum der evangelischen Kirchengemeinden, die innerhalb Berlins 118 Friedhöfe mit insgesamt rund 450 ha unterhalten. Zwei Friedhöfe der Berliner evangelischen Kirche liegen ebenfalls im Umland. Weiterhin gibt es 9 katholische Friedhöfe auf 48 ha, 5 jüdische Friedhöfe, einen russisch-orthodoxen, einen muslimischen und einen britischen Friedhof.
Die Friedhöfe in Berlin nehmen insgesamt eine Fläche von rund 1.200 ha ein. Aus dieser Zahl von 228 Begräbnisorten wird klar, dass hier nicht alle Friedhöfe aufgeführt werden können. Das Augenmerk soll daher auf einige wenige, besonders herausragende Friedhöfe und bekannte, hier bestattete Persönlichkeiten gerichtet sein.
Der landeseigene Friedhof Heerstraße, auch Waldfriedhof Heerstraße oder Charlottenburger Waldfriedhof genannt, liegt im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Park- und Waldfriedhof ist fast 15 Hektar groß und gilt als Prominenten-Friedhof. Der Friedhof besteht seit dem Jahr 1924 und wurde unmittelbar nach dem Ende des zweiten Weltkrieges noch im Mai 1945 erweitert. Bekannte Persönlichkeiten, die hier Ihre letzte Ruhestätte gefunden haben sind z.B.:
- Horst Buchholz, Schauspieler (1933-2003),
- George Grosz, Maler und Graphiker (1893-1959),
- Maria Gräfin von Maltzan, Biologin und Widerstandskämpferin (1909-1997),
- Günter Rexrodt, FDP-Politiker (1941-2004),
- Joachim Ringelnatz, Schriftsteller (1883-1934),
- Klausjürgen Wussow, Schauspieler (1929-2007).
Die Friedhöfe am Halleschen Tor liegen im Berliner Stadtteil Kreuzberg zwischen Mehringdamm und Zossener Straße. Es handelt sich dabei um mehrere Friedhöfe, die seit Anfang des 18. Jahrhunderts, damals noch vor den Toren der Stadt, angelegt wurden:
- Friedhöfe I, II, III der Gemeinde Jerusalem- und Neue Kirche,
- Friedhof I der Dreifaltigkeitsgemeinde,
- Friedhof der Bethlehems- oder Böhmischen Gemeinde,
- Friedhof der Herrnhuter Brüdergemeinde.
Berühmte Persönlichkeiten, die hier beerdigt wurden sind z.B.
- Antoine Pesne, preußischer Hofmaler (1683-1757),
- Rahel (1771-1833) und Karl August (1785-1858) Varnhagen von Ense, Schriftsteller,
- Felix Mendelssohn-Bartholdy, Komponist (1809-1847),
- David Gilly, Baumeister des Klassizismus (1748-1808),
- Ernst Theodor Amadeus (E.T.A.) Hoffmann, Schriftsteller (1776-1822).
Der Dreifaltigkeitskirchhof II (nicht zu verwechseln mit dem „Dreifaltigkeitskirchhof I“ vor dem Halleschen Tor) liegt in Berlin-Kreuzberg und ist einer der vier evangelischen Friedhöfe an der Bergmannstraße. Angelegt im Jahr 1825, ist er zugleich auch der älteste von ihnen. Er gehörte zur Dreifaltigkeitskirchengemeinde in der Mauerstraße. Charakteristisch für den rund 49.000m² großen Dreifaltigkeitskirchhof ist die große Anzahl von teils monumentalen alten Erbbegräbnissen und Mausoleen aus dem 19. Jahrhundert. Hier finden sich die Grabstätten folgender bekannter Persönlichkeiten:
- Martin Gropius, Architekt (1824-1880),
- Adolph von Menzel, Maler (1815-1905),
- Ludwig Tieck, Schriftsteller (1773-1853).
Der Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin-Lichtenberg ist vor allem berühmt für die Gedenkstätte der Sozialisten, eine Begräbnisstätte für zahlreiche sozialdemokratische, sozialistische und kommunistische Politiker und Aktivisten. Hier liegen unter anderem begraben:
- Wilhelm Liebknecht, Mitbegründer der SPD (1826-1900),
- Karl Liebknecht, Mitbegründer der KPD (1871-1919),
- Rosa Luxemburg, Mitbegründerin der KPD (1871-1919),
- Ernst Thälmann, kommunistischer Politiker (1886-1944),
- Walter Ulbricht, führender Politiker der DDR (1893-1973),
- Otto Grotewohl, führender Politiker der DDR (1894-1964),
- Wilhelm Pieck, Mitbegründer der SED (1876-1960),
- Käthe Kollwitz, Grafikerin und Bildhauerin (1867-1945).
Der Dorotheenstädtische Friedhof ist ein Friedhof in Berlin-Mitte. Der Friedhof ist von herausragender kunsthistorischer und kultureller Bedeutung, da er letzte Ruhestätte einer Vielzahl von Künstlern, Schriftstellern und Musikern ist. Hierzu gehören u.a.:
- Bertolt Brecht, Schriftsteller und Dramatiker (1898-1956),
- Johann Gottlieb Fichte, Philosoph (1762-1814),
- Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Philosoph (1770-1831),
- Heinrich Mann, Schriftsteller (1871-1950),
- Heiner Müller, Dramatiker (1929-1995),
- Johannes Rau, 8. Bundespräsident (1931-2006),
- Johann Gottfried Schadow, Bildhauer und Grafiker (1764-1850),
- Karl Friedrich Schinkel, Architekt (1781-1841),
- Friedrich August Stüler, Architekt (1800-1861).
Der Alte St.-Matthäus-Kirchhof Berlin ist ein historischer Friedhof mit vielen kulturhistorisch bedeutenden Grabmälern, die heute zum Teil unter Denkmalschutz stehen. Der Kirchhof liegt zwischen der Großgörschenstraße und der Monumentenstraße im East End von Berlin- Schöneberg. Auf diesem Friedhof wurden seit 1856 Bestattungen durchgeführt. Hier liegen unter anderem die Begräbnisse von Jacob (1785–1863) und Wilhelm Grimm (1786–1859), Sammler deutscher Märchen.
Der III. Städtische Friedhof Stubenrauchstraße befindet sich an der Stubenrauchstraße 43–45 im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Ortsteil Friedenau. Hier liegen die Grabstätten von:
- Marlene Dietrich, Schauspielerin, Ehrenbürgerin Berlins (1901–1992),
- Helmut Newton, Fotograf (1920–2004),
- Heinz Ohff, Schriftsteller und Kunstkritiker (1922–2006).
Der Waldfriedhof Dahlem im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf liegt am Rand des Grunewalds am Hüttenweg 47. Angelegt in den Jahren 1931 bis 1933, zählt er zu den jüngeren Berliner Friedhöfen, gilt aber auch als einer der „Prominentenfriedhöfe“ Berlins. Hier befinden sich u.a. die Grabstätten von:
- Gottfried Benn, Dichter (1886–1956),
- Heinz Berggruen, Kunstsammler (1914–2007),
- Harald Juhnke, Schauspieler und Entertainer (1929–2005).
Der Waldfriedhof Zehlendorf in Berlin-Zehlendorf liegt an der Potsdamer Chaussee 75–77, Ecke Wasgensteig. Der Nordteil des Friedhofs wurde zwischen 1946 und 1947 angelegt, ein weiterer Ausbau erfolgte kurz darauf zwischen 1948 und 1954. Wie der Waldfriedhof Dahlem gilt auch dieser Friedhof als Prominentenfriedhof, da hier eine Reihe mehr oder weniger bedeutender Persönlichkeiten Berlins beerdigt wurden. Der Friedhof umfasst heute ein Areal von über 37 Hektar. Hier liegen die Grabstellen von:
- Willy Brandt, Politiker, Regierender Bürgermeister von Berlin, Bundeskanzler (1913–1992),
- Hildegard Knef, Schauspielerin (1925–2002),
- Günter Pfitzmann, Schauspieler und Kabarettist (1924–2003),
- Hans Scharoun, Architekt (1893–1972),
- Gustav „Bubi“ Scholz, Boxer (1930–2000).
Auch wenn er nicht auf Berliner Stadtgebiet sondern formal in Brandenburg liegt, sollte er nicht vergessen werden: Der Südwestkirchhof der Berliner Stadtsynode in Stahnsdorf oder kurz Südwestkirchhof Stahnsdorf. Dieser Friedhof besteht seit dem Jahr 1909 und wurde von den Evangelischen Kirchengemeinden Berlins eingerichtet. Mit einer Gesamtfläche von rund 206 Hektar ist er einer der größten Friedhöfe europaweit, sowie nach dem Hauptfriedhof Ohlsdorf in Hamburg Deutschlands zweitgrößte Nekropole. Aufgrund seines Waldcharakters sowie der Vielzahl historisch wertvoller Grabmäler und anderer Bauwerke stellt der Südwestkirchhof Stahnsdorf eine der wichtigsten Park- und Landschaftsdenkmäler im Berliner Großraum dar. Nach der innerdeutschen Teilung war der Friedhof von seinem ursprünglichen Einzugsgebiet abgeschnitten und hat auch nach der deutschen Wiedervereinigung aufgrund inzwischen schlechter Erreichbarkeit nicht seinen alten Status wiedererlangt. Aktuell finden hier nur wenige Beisetzungen statt. Bekannte Personen, die hier bestattet wurden sind u.a.:
- Lovis Corinth, impressionistischer Maler (1858–1925),
- Engelbert Humperdinck, Komponist (1854–1921),
- Gustav Langenscheidt, Sprachlehrer und Verlagsgründer (1832–1895),
- Werner von Siemens, Erfinder und Industrieller (1816–1892),
- Heinrich Zille, Maler und Zeichner (1858–1929).
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