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Totenschein beantragen | Wer stellt ihn aus & wer bekommt ihn? | Kosten

Wie beantragen Sie einen Totenschein, wer stellt ihn aus & wer bekommt ihn?

Verstirbt eine Person, müssen unmittelbar nach deren Tod einige wichtige Dokumente ausgestellt werden. Der Totenschein dient dazu, das Ableben eines Menschen festzuhalten und ist eine der Grundlagen, eine würdevolle Bestattung ausrichten zu können. Wer diesen ausstellt, wer ihn bekommt und welche Kosten auf Sie zukommen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Mit dem Ableben eines lieben Menschen kommt nicht nur eine emotional schwierige Zeit auf Sie zu. Auch einige wichtige Wege müssen erledigt werden – so beispielsweise auch das Ausstellen eines Totenscheins.

Was ist ein Totenschein und was beinhaltet dieser?

Ein Totenschein wird auch Todesbescheinigung oder Leichenschauschein beziehungsweise L-Schein genannt. Er wird von einem Arzt ausgestellt und ist unter anderem Grundlage dafür, eine Sterbeurkunde ausstellen zu lassen. Es ist gesetzliche Pflicht, einen Totenschein ausstellen zu lassen.

Grundsätzlich bescheinigt der Totenschein das Ableben einer Person. Dies kann frühestens zwei Stunden nach dem Eintreten des Todes mit Sicherheit festgestellt werden. Auch bei Totgeburten ab einem Gewicht von 500 Gramm wird ein Totenschein verfasst. Wird festgestellt, dass der Tod auf unnatürliche Art und Weise eingetreten ist (beispielsweise durch einen Unfall oder einen Suizid) wird die Leichenschau vom Arzt unterbrochen und die Polizei verständigt. Diese wiederum zieht ein Amtsgericht oder eine Staatsanwaltschaft zurate, welche wiederum unter Umständen eine richterliche Leichenschau beauftragen. Muss noch einen Schritt weiter gegangen werden, wird eine Obduktion veranlasst.

Ein Totenschein setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

Die beiden Teile des Totenscheins

Die beiden Teile des Totenscheins

 

Diese beiden Teile können in jedem Bundesland anders gestaltet sein. In jedem Falle wird der Tod einer Person jedoch auf vier Seiten festgestellt.

Der nicht-vertrauliche Teil eines Totenscheins

Im nicht-vertraulichen Teil werden unter anderem Personalien festgehalten. Darunter zählen:

  • Vor- und Nachname
  • Geschlecht
  • Geburtstag sowie Geburtsort

Darüber hinaus werden Angaben zum Todesfall gemacht:

  • Sterbeort und Sterbezeitpunkt
  • Todesart (natürlich, nicht-natürlich, ungeklärt)
  • Hinweise zu möglichen Gefahren (beispielsweise bei Infektionen)
  • Angaben zur Person, die den Verstorbenen identifiziert hat
  • Angaben zum zuletzt behandelnden Arzt
  • Angaben zum Arzt, der den Totenschein ausstellt sowie dessen Unterschrift

Diesen Teil erhält außerdem das Standesamt, um die Sterbeurkunde ausstellen zu können.

Der vertrauliche Teil eines Totenscheins

Im vertraulichen Teil werden zusätzliche Informationen festgehalten. Zunächst werden noch einmal allgemeine Angaben zur Person gemacht (Name, Geschlecht, Geburtstag und Geburtsort). Darüber hinaus werden detailliertere Angaben zur Todesursache gemacht. Darunter fallen beispielsweise:

  • Anzeichen des Todes (unter anderem Totenflecke, der Grad der Totenstarre oder bereits eingetretenen Fäulnis)
  • insofern eine Obduktion durchgeführt wurde die Ergebnisse dieser
  • ob die Todesursache ein Folge von beispielsweise einem bereits bestehenden Leiden ist oder der Tod unabhängig von vorangegangenen Erkrankungen eingetreten ist
  • eine Begründung dafür, weshalb diese Todesart festgestellt wurde

In einigen Fällen ist es möglich, dass dieser Teil nicht für Angehörige einsehbar ist, insofern der Verstorbene dies so vor seinem Tod festgelegt hat. Beispielsweise möchten Personen eventuell nicht, dass nachträglich Verwandte von einer verschwiegenen Krankheit in Kenntnis gesetzt werden.

Wann wird ein Totenschein ausgestellt?

In einigen Bundesländern ist es dem Notarzt möglich, einen vorläufigen Totenschein ausstellen zu dürfen, insofern garantiert werden kann, dass ein rechtskräftiger Totenschein im Anschluss ausgefertigt wird. Das heißt, dass alle fehlenden Untersuchungen noch durchgeführt werden. Darüber hinaus darf der Notarzt, der den Tod feststellt, den Patienten zuvor nicht behandelt haben. Dieser Totenschein wird so zeitnah wie möglich ausgestellt, beispielsweise bei Unfällen. Dies ist unter anderem im Saarland sowie in Rheinland-Pfalz möglich.

Ein rechtskräftiger Totenschein hingegen wird grundsätzlich so zeitnah wie möglich ausgestellt, aber mindestens zwei Stunden nach dem Tod.

Wer stellt einen Totenschein aus?

Je nachdem, welche Umstände den Tod eines Menschen begleiten, wird dieser von unterschiedlichen Personen festgestellt.

  • Stirbt eine Person im häuslichen Umfeld, muss der Hausarzt oder der ärztliche Notdienst informiert werden. Ist die Todesursache natürlich, kann bis zum nächsten Morgen gewartet werden.
  • Stirbt eine Person in einer Institution (Krankenhaus, Altersheim, etc.), veranlasst das Personal, dass ein Arzt den Sterbefall bestätigt.
  • Ist eine Obduktion vonnöten, wird der Totenschein vom zuständigen Arzt dieser ausgefüllt.

Welche Institute und Ämter erhalten eine Ausführung des Totenscheins?

Nicht umsonst wird der Totenschein in zwei unterschiedliche Bereiche eingeteilt. Nicht nur die Informationen, die darin festgehalten werden, unterscheiden sich, sondern auch der weitere Verwendungszweck. Dieser kann von Bundesland zu Bundesland variieren.

Der nicht-vertrauliche Teil:

  • Dieser Teil wird vor allem als Grundlage dafür genutzt, eine Sterbeurkunde auszustellen. Ohne Totenschein kann eine solche Urkunde nicht ausgefertigt werden.
  • Eine Ausführung erhalten entweder Sie selbst oder der Bestatter, sollte dieser die Kosten übernehmen.
  • Darüber hinaus erhält das Statistische Bundesamt eine Ausführung, um die Sterberate zu bestimmen.

Der vertrauliche Teil:

  • Dieser Teil wird je nach Bundesland unterschiedlich verwendet. Bei einer Feuerbestattung wird jeweils eine Ausführung sowohl zum zuständigen Krematorium sowie zum Gesundheitsamt zugestellt. Dieser Totenschein ist Grundlage für eine weitere Totenschau, die vor der Feuerbestattung durchgeführt werden muss.
  • Bei einem unnatürlichen Tod wird eine Ausführung zunächst an die Rechtsmedizin geschickt.
  • Wurde die Todesursache schließlich zweifelsfrei aufgeklärt, erhält die Staatsanwaltschaft den Totenschein zur Freigabe.
  • Darüber hinaus erzählt das pathologische Institut eine Ausführung.

Wie viel kostet die Ausstellung eines Totenscheins?

Grundsätzlich gilt, dass die Hinterbliebenen die Kosten für den Totenschein tragen müssen, da mit dem Ableben einer Person diese nicht mehr krankenversichert ist. Oftmals legt der Bestatter diesen Betrag zunächst für Sie aus.

Die Kosten für einen Totenschein sind in der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) geregelt und richten sich nach Ziffer 100 GOÄ. Darin wird aufgeschlüsselt:

  • Der Grundbetrag für die Feststellung des Todes beträgt 14,57 Euro.
  • Ohne Angabe eines Grundes kann der 2,3-fache Wert berechnet werden, also 33,51 Euro (beispielsweise bei einer überdurchschnittlich langen Untersuchung).
  • Mit Angabe eines Grundes kann der 3,5-fache Wert berechnet werden, also 51 Euro.

Darüber hinaus wird ein Wegegeld nach §8 GOÄ in Rechnung gestellt. Dieses richtet sich nach der Größe der Entfernung sowie der Tageszeit. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen die Kosten im Überblick:

 

 Tageszeit (8-20 Uhr)Nachtzeit (20-8 Uhr)
bis zu 2 Kilometer3,58 Euro7,16 Euro
2 bis 5 Kilometer6,65 Euro10,23 Euro
5 bis 10 Kilometer10,23 Euro15,34 Euro
10 bis 25 Kilometer15,34 Euro25,56 Euro

Übersicht der Wegkosten

 

Generell gilt, dass ein Totenschein maximal 76,56 Euro kosten sollte. Dieser Betrag setzt sich aus 51 Euro für Ziffer 100 und 25,56 Euro für das Wegegeld zusammen.

Ist der Patient noch am Leben, wenn der Arzt eintrifft, kann zudem nach Ziffer 50 ein Hausbesuch abgerechnet werden. Seien Sie hier vorsichtig: Diese Ziffer wird oftmals abgerechnet, obwohl der Patient bereits verstorben ist. Sollten Ihnen Ungereimtheiten in der Aufschlüsselung der Kosten auffallen, können Sie dies der Landesärztekammer melden.

Pauschale von Krankenhäusern

Ein großer Anteil der Menschen verstirbt in einer Einrichtung wie beispielsweise einem Krankenhaus. Hier wird nicht der Totenschein in Zahlung gestellt, sondern eine sogenannte Pauschale. In dieser sind die folgenden Leistungen zusammengefasst:

  • die Ausstellung des Totenscheins sowie
  • die Kühlung und Aufbahrung des Toten

In der Regel sollte diese Pauschale bei etwa 80 Euro liegen. Auch hier sollten Sie trotz der emotionalen Belastung aufmerksam sein. Melden Sie Zweifel an, sollte Ihnen die Kosten unverhältnismäßig hoch erscheinen.

 

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