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Waldbestattung/ Baumbestattung

Sie suchen nach der geeigneten Ruhestätte nach Ihrem Tod oder haben kürzlich einen geliebten Menschen verloren, dessen Bestattung Sie nun organisieren? Dann sind Sie hier richtig! In diesem Artikel finden Sie die wichtigsten Informationen über die Baumbestattung in einem Bestattungswald. Da sich immer mehr Menschen nach ihrem Tod eine Verbundenheit zur Natur wünschen, ist die Nachfrage nach Alternativen zum klassischen Friedhof enorm gestiegen. Neben der Seebestattung ist die Baumbestattung eine der Naturbestattungen, die in Deutschland legal sind.

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Baumbestattung | Waldbestattung | Kosten | Ablauf | Deutschland

Waldbestattung & Baumbestattung in Deutschland – Übersicht über Kosten & Ablauf

Besonders für Menschen, die zu Lebzeiten sehr naturverbunden waren oder sich gerne in Wäldern zum Spazieren, Wandern und Entspannen aufgehalten haben, ist der Gedanke sehr attraktiv, nach ihrem Tod in einem solchen Wald begraben zu werden. Hat der Verstorbene oder haben Sie die Wahl getroffen, dass der Friedhof nicht die letzte Ruhestätte werden soll, dann kommt neben der Seebestattung auch noch eine sogenannte Waldbestattung infrage, denn diese Bestattungsarten sind von der Friedhofspflicht befreit. Der Begriff Waldbestattung bedeutet, dass die Überreste eines Verstorbenen nach der Einäscherung in einer Urne zwischen den Wurzeln eines Baumes beigesetzt werden.

In diesem Artikel möchten wir Sie über das Thema Waldbestattung und Baumbestattung informieren. Sie erhalten einen Überblick über die Kosten einer Baumbestattung, den Ablauf und was Sie beachten sollten.

Herbstbaum-am-See


Ein Baum strahlt Ruhe und Frieden aus | ©Bestattung Information

 

Baumbestattung – was ist das?

Die Baumbestattung hat sich in den letzten Jahren als Alternative zur herkömmlichen Bestattung auf dem Friedhof etabliert. Neben der Seebestattung gehört die Baumbestattung zu den Naturbestattungen, die in Deutschland legal sind. Führende Anbieter für die Baumbestattung sind in Deutschland FriedWald® und Ruheforst®. Insgesamt gibt es mittlerweile schon etwa 160 Bestattungswälder in Deutschland.

Neben der Bestattung in einem Wald bieten viele Friedhöfe die Beisetzung in einem extra dafür angelegten Bereich an. Dort kann man sich unter den Bäumen in diesem Bereich beerdigen lassen.

 

Die Urne

Die Urne muss aus einem natürlichen Rohstoff hergestellt sein. Die Materialien sind biologisch abbaubar wie zum Beispiel Holz, Naturkunststoff, Papier, etc. Diese sogenannten Bio-Urnen sind Vorschrift, da der Wald und die Natur geschützt werden sollen. Der Gedanke dahinter ist, dass sich eine biologisch abbaubare Urne mit der Zeit auflöst und die Asche des Verstorbenen in den Naturkreislauf übergeht.

 

Das Grabmal

Die Ruhestätte des Verstorbenen wird nur minimal gekennzeichnet. Statt einem Grabstein oder Grabmal, auf welchem Name, Daten und ein Spruch eingraviert sind, wird lediglich eine kleine Tafel am Baum befestigt, der den Standort der Grabstätte preisgibt.

 

Vor- und Nachteile einer Baumbestattung

In welcher Form man sich nach seinem Tod bestatten lässt, ist eine ganz individuelle Entscheidung und sollte wohl überlegt sein. Natürlich hat eine Baumbestattung nicht nur Vorteile. Es gibt auch einige negative Aspekte, die bei einer Entscheidung um den geeigneten Ort der letzten Ruhe bedacht werden sollten.

 

Vorteile

Die starken Vorteile einer Bestattung in einem Baumgrab überzeugen immer mehr Menschen.

 

Kostengünstig

Im Gegensatz zu einer Bestattung auf dem Friedhof, egal ob Erdbestattung im Sarg oder Urnenbestattung, ist eine Beisetzung in einem Bestattungswald deutlich günstiger. Das liegt zu einen daran, dass auf viele Kostenpunkte (teurer Sarg, Grabstein, Blumengesteck, Friedhofsgebühren etc.) verzichtet werden kann. Zum anderen ist der Preis für eine Grabstelle günstiger als eine Grabstelle auf dem Friedhof, die für einer kürzere Zeit zu einem teureren Preis gemietet werden muss.

 

Keine Grabpflege

Da Blumengestecke und das Pflanzen von Grabblumen grundsätzlich nicht gestattet sind, fällt die aufwändige Grabpflege bei einem Baumgrab weg. Weder müssen Hinterbliebene regelmäßig nach dem Grab sehen und es pflegen, noch muss ein Gärtner dafür bezahlt werden, sich darum zu kümmern.

 

Offen für jede Religion

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Baumbestattung offen für alle Religionen ist, da Bestattungswälder nicht von kirchlichen Einrichtungen betrieben werden. Menschen jeder Religion können sich für eine Bestattung im Baumgrab entscheiden; Die Trauerfeier kann, aber muss keine religiösen Elemente beinhalten. Ansprechend ist das vor allem für Menschen, die sicher keiner Religion zugehörig fühlen oder nicht gläubig sind.

 

Nachteile

Es gibt aber auch einige Nachteile, die man in die Entscheidung mit einbeziehen muss.

 

Keine Blumen

Wie schon bei den Vorteilen erwähnt ist es nicht gestattet, Blumen am Grab abzulegen oder einzupflanzen. Für einige Menschen ist das ein negativer Punkt, denn viele würden ihre Lieben gerne mit schönen Blumen ehren und das Grab ansehnlich herrichten.

 

Keine Individualität

Da nach der Beisetzung nur noch ein kleines Schild an den Verstorbenen erinnert, fehlt vielen Menschen die Individualität der Ruhestätte. Ein Grabstein nach dem persönlichen Geschmack hilft einigen, die Trauer zu verarbeiten, da der Charakter des Verstorbenen weiterhin zu erkennen ist.

Baumgrab

Das Schild am Baum erinnert ist der einzige Hinweis auf die Grabstätte | ©Bestattung Information

 

Kremation

Die Beisetzung in einem Bestattungswald ist nur nach einer Kremation möglich. Das ist deshalb ein Nachteil, weil einige nicht möchten, dass der Körper des Verstorbenen eingeäschert wird. Darüber hinaus benötigt die Kremation eine schriftliche Willenserklärung des Verstorbenen oder der engsten Angehörigen.

 

Waldbestattung Vorteile Nachteile

Ablauf der Bestattung

Der Ablauf einer Baumbestattung kann relativ frei gestaltet werden. Es gibt aber einige Abläufe, die bei jeder Bestattung gleich sind.

 

  1. Vor der Bestattung:

Am besten hat der Verstorbene vor seinem Tod vorgesorgt und sich seinen persönlichen Lieblingsbaum im Waldfriedhof seiner Wahl ausgesucht. Wenn nicht, liegt die Entscheidung bei den Hinterbliebenen. Sie müssen sich überlegen, wo der Verstorbene am liebsten seine letzte Ruhe finden würde.

Bevor der Verstorbene beigesetzt werden kann, muss er in einem Krematorium eingeäschert werden. Das ist nötig, da nur Asche und kein Körper im Wald bestattet werden darf.

 

  1. Bei der Bestattung
    Am Tag der Beisetzung der Urne unter dem gewählten Baum dekoriert der Betreiber des Waldes die Stelle an der die Urne beerdigt wird. Dazu nutzt er natürliche Produkte wie Laub oder Tannenzweige. Um die Natur zu schützen, ist es nicht erlaubt, ein Bouquet auf die Grabstelle zu legen.Wenn Sie möchten, können Sie eine Trauerfeier nach Ihrem Geschmack organisieren. Sie können Musik abspielen oder selbst musizieren, Geschichten oder Gedichte vortragen, eine Trauerrede halten, beten, singen, etc. Der Abschied des von Ihnen geliebten Menschen soll für Sie so individuell wie möglich werden.Am Ende wird die Urne in das vorhandene Erdloch an den Wurzeln des Baumes eingelassen und später mit Erde bedeckt.
  2. Nach der Bestattung
    Wenn Ihr Angehöriger beerdigt ist, können Sie jederzeit in den Wald gehen und seine Ruhestätte besuchen. Jedoch ist es Ihnen auch hier nicht gestattet, Blumensträuße, Gestecke oder Kränze.

 

 

Kosten einer Baumbestattung

Die Kosten für eine Baumbestattung sind um einiges günstiger als die für eine Bestattung auf dem Friedhof. Dennoch gibt auch hier einige Posten, die beachtet werden müssen:

 

  • Die Einäscherung kostet in etwa 300 €
  • Eine Urne aus Naturstoff bekommt man ab ca. 100 €
  • Der weltliche Trauerredner kann mehrere hundert Euro kosten
  • Das Bestattungsinstitut übernimmt die hygienische Versorgung, die Überführung und die Formalitäten. Dazu verlangt er zwischen 2.000 € und 3.000 €

Die Gebühren für das Baumgrab variieren je nachdem, welchen Baum Sie sich aussuchen, wo dieser Baum steht und, mit wem der Baum geteilt wird.

 

Basisplatz

Der Basisplatz ist ein Platz an einem Gemeinschaftsbaum, der vom Förster ausgewählt wird. Die Ruhezeit ist, ähnlich wie auf einem Friedhof, maximal 30 Jahre. Dafür werden in etwa 500 € berechnet.

 

Sternschnuppenbaum/ Regenbogen Biotope

Für Kinder, die totgeboren wurden oder vor ihrem dritten Geburtstag gestorben sind, gibt es spezielle Ruhestätten. Sie werden kostenlos zur Verfügung gestellt und können unter Umständen etwas individueller gestaltet werden als Gräber für Erwachsene.

 

Einzelbaum/ Partnerbaum

Für Menschen, die gerne einen Baum alleine, mit ihrem Partner oder anderem geliebten Menschen haben möchten, kann ab einem Preis von 2.700 € ein eigener Baum erworben werden. Dieser kann selbst gewählt werden und dort werden keine anderen Menschen begraben.

Baumauswahl

 

Zusammenfassung

Die Baumbestattung ist bestens geeignet für Menschen, die sich der Natur sehr verbunden fühlen und nicht auf einem Friedhof beerdigt werden möchten. Auch Leute, die ihrer Familie keine aufwendige oder teure Grabpflege zumuten wollen, entscheiden sich gerne für das Baumgrab.

Die Kosten sind um einiges günstiger als bei einer normalen Grabbestattung und der Ort der letzten Ruhe kann selbst ausgesucht werden. Die Möglichkeiten für die Beerdigung sind vielfältig, eine Trauerfeier kann nach eigenen Wünschen und religionsunabhängig gestaltet werden. Bei der Grabstätte kann man zwischen einem Platz am Gemeinschaftsbaum, einem Familien- oder Freundschaftsbaum, einem Einzel- bzw. Partnerbaum oder einem Sternschnuppenbaum wählen.

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4. Januar 2018 | Kategorie: Allgemein

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